Weil Zukunft Pflege und Pflege Zukunft braucht!

Pflege ist ein zentrales Thema unserer älter werdenden Gesellschaft. Laut der letzten offiziellen Pflegestatistik von 2015 gibt es 2,9 Millionen Pflegebedürftige. Mittlerweile ist die Zahl auf rund 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen gestiegen. Um sie zu versorgen, arbeiten schon heute mit einer Million Beschäftigten mehr Menschen in der Pflege als in der deutschen Automobilindustrie. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen und auch der Beschäftigten bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln. Pflege in Deutschland braucht Zukunft – weil eine Zukunft ohne Pflege nicht funktioniert.

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) ist seit 2009 die politische, wirtschaftliche und tarifliche Interessensvertretung der namhaftesten und umsatzstärksten Unternehmensgruppen der deutschen Pflegewirtschaft.

Er tritt für die Geschlossenheit der Branche ein und kooperiert mit den wesentlichen Vertretern der Sozialwirtschaft und branchennahen Unternehmen.

Die Mitglieder des Arbeitgeberverbands Pflege setzten sich gemeinschaftlich für eine zukunftsfähige Gestaltung der Altenpflege und für neue Wege bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften ein.
Der Arbeitgeberverband Pflege ist berufenes Mitglied der Pflege-Mindestlohn-Kommission des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

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Berlin regiert wieder: Ein neues Fachkräfte-Einwanderungsgesetz lässt stationäre und ambulante Pflegeunternehmen hoffen

Die Personalnot in der Pflege ist groß. Viel zu lange haben sich die Regierenden in Berlin davor gedrückt, eine zeitgemäße Antwort auf die rasante Alterung in Deutschland mit all ihren Folgen – etwa für die Altenpflege – zu finden. Wir brauchen dringend ein zukunftsweisendes und unkompliziertes Einwanderungsgesetz für Pflegefachkräfte. Mit dem Eckpunktepapier der Regierung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan.

 Damit eines klar ist: Bei dem angepeilten neuen Gesetz handelt es sich nicht um ein umfassendes Einwanderungsgesetz, geregelt wird vielmehr die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten, also Nicht-EU-Ländern in den deutschen Arbeitsmarkt. Noch liegen ,,nur“ die Eckpunkte auf dem Tisch, bei denen aber schon einige richtige Ansätze erkennbar sind. Fachkräfte aus Drittstaaten sollen künftig zum Beispiel für sechs Monate nach Deutschland einreisen dürfen, um mit abgeschlossener Ausbildung auf Jobsuche zu gehen. Die Anerkennung mitgebrachter Abschlüsse soll deutlich beschleunigt und vereinfacht werden. Fachkräfte sollen laut Regierung gezielt im Ausland angeworben werden. Außerdem soll das Deutschlernen im Ausland erleichtert werden, dazu will man künftig gezielt etwa mit Goethe-Instituten im Ausland zusammenarbeiten. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident beim Arbeitgeberverband Pflege: ,,Besonders wichtig aber ist, dass jetzt in Berlin deutlich wurde, dass die zuständigen Behörden, also die Visastellen, Ausländerbehörden, Arbeitsverwaltung, zuständige Stellen für die Anerkennung beruflicher Qualifikationen sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ,,effizienter und transparenter“ zusammenarbeiten. Dies stimmt hoffungsvoll, dass die Bundesregierung nach Jahren des Zögerns und Zauderns die Dringlichkeit des Themas klar erkannt hat.“ Der Arbeitgeberverband Pflege wird das anstehende Gesetzgebungsverfahren, beginnend mit einem ersten Referentenentwurf, der zügig erarbeitet werden sollte, intensiv begleiten. Denn, so Fiedler weiter, ,,der Teufel steckt im Detail. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und die Wahrheit liegt am Ende bekanntlich auf dem Platz“.

PRESSEMITTEILUNG Einwanderungsgesetz-02.10.2018

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Der Arbeitgeberverband Pflege ist für eine bessere Mindestbezahlung von Fachkräften in der Altenpflege

Der Arbeitgeberverband Pflege ist dafür, dass in der Altenpflege besser bezahlt wird und fordert deshalb einen neuen Mindestlohn auch für Pflegefachkräfte. Die bestehende und mehrfach erfolgreich tätige Pflegemindestlohn-Kommission nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz könnte das richtige Instrument dafür sein.

Die Fakten sind eindeutig: Zwar steigt mit jedem Jahr die Zahl der Beschäftigten in der Altenpflege, was auch für die anhaltend hohe Zahl der Auszubildenden gilt. Welche Branche kann schon derart erfreuliche Zuwächse vorweisen? Altenpflege als Beruf ist offensichtlich für viele Menschen attraktiv. Wer das Gegenteil behauptet, verdrängt die Wirklichkeit und spielt ein übles Spielchen. Wahr ist aber auch, dass diese steigenden Zahlen nicht Schritt halten mit den dramatischen Folgen des demografischen Wandels: Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, rasant mehr leiden an Demenz. In der Altenpflege wird aber nicht überall angemessen bezahlt für eine Tätigkeit, die den Pflegekräften bei ihrem Einsatz für alte Menschen psychisch und physisch sehr viel abverlangt. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Für alle Pflegehilfskräfte in der Altenpflege gibt es seit Jahren einen mit jedem Jahr weiter steigenden Mindestlohn, der ab 1. Januar 2019 im Westen 11,05 und im Osten 10,55 Euro betragen wird, und der damit deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.  Gesundheitsminister Jens Spahn hat kürzlich die Zahl von 2500 Euro als möglichen Einstieg für die Fachkräfte in der Altenpflege genannt. Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes Pflege könnte das eine Grundlage sein für konstruktive Gespräche in einer neu einzuberufenden Mindestlohnkommission, in der dann alle wichtigen Akteure an einem Tisch sitzen: Diakonie, Caritas, die privaten Arbeitgeber, die kommunalen Träger und die großen Gemeinnützigen wie etwa der Paritätische, die AWO oder das DRK und natürlich die Gewerkschaft Verdi. Die Tarifautonomie wäre gewahrt sowie das kirchliche Selbstbestimmungsrecht. Denn ein Ziel eint die Genannten: Es muss eine Untergrenze bei der Bezahlung geben, verbindliche Mindestregeln, weniger darf künftig niemand an examinierte Pflegefachkräfte bezahlen – mehr dagegen schon. Wer gutes Personal bekommen und auf Dauer halten will, kriegt das nicht zum Spartarif.“

Fiedler weiter: ,,Einige in der Pflegebranche liebäugeln mit der Keule eines flächendeckenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrags, erstreckt vom Bundesarbeitsminister für die gesamte ambulante und stationäre Altenpflege. Dabei wissen alle: Das würde für viel böses Blut sorgen, das würde aufgrund der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen schwerwiegende rechtliche Auseinandersetzungen zur Folge haben. Ob die betroffenen Ministerien in Berlin am Ende dieses hohe Risiko eingehen, ist fraglich. Tarifautonomie ist in Deutschland ein hohes Gut und ein im Grundgesetz verankertes Recht. Der Arbeitgeberverband Pflege ist zu konstruktiven Gesprächen bereit. Zeigen alle Seiten guten Willen, wird es auch eine zeitgemäße Lösung bei der Bezahlung von Pflegefachkräften geben. Daneben muss auch die Frage dringend beantwortet werden, aus welchen Töpfen die dann folgenden Gehaltssteigerungen verlässlich bezahlt werden sollen. Ganz sicher nicht aus den Taschen der Pflegebedürftigen.“

PM Bezahlung 27092018

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Immer neue ,,Horrorzahlen“ helfen nicht weiter

Der Überbietungswettlauf mit immer neuen ,,Horrorzahlen“ über die drohende Personallücke in der Altenpflege hilft nicht wirklich weiter: Das Szenario der neuen dw-Studie ist bekannt. Die Politik, die allen Warnungen zum Trotz vieles in der Pflege verschlafen hat, muss jetzt ganz einfach handeln, schnell und konsequent

Neu ist der Trend nicht: Bis 2035 ist ein zusätzlicher großer Bedarf an Pflegefachkräften erforderlich: Das Institut der Deutschen Wirtschaft spricht in einer neuen Studie von einem bundesweiten Mehrbedarf von 130 000 bis 150 000 Fachkräften bis 2035. Klar: Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt rasant. Und unstrittig und bekannt ist auch, dass die nächsten Jahre viele Pflegekräfte altersbedingt ausscheiden und ersetzt werden müssen. So oder ähnlich hören wir das inzwischen aber von allen möglichen Organisationen und Verbänden. Auch die Politik, ansonsten reichlich hartleibig beim Akzeptieren unangenehmer Wahrheiten, stellt sich inzwischen endlich auf dieses Szenario ein. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Dieses ständige Überbieten mit immer neuen ,,Horrorzahlen“ hilft nicht wirklich weiter. Vor allem hilft es den über drei Millionen Pflegebedürftigen nicht. Was wir brauchen ist klar und einfach: Ein Einwanderungsgesetz ohne überbordende Bürokratie, dass es Fachkräften und Ausbildungswilligen erlaubt, rasch und zügig in Deutschland in die Altenpflege einzusteigen. Eine zentrale Stelle für die berufliche Fachanerkennung, die dem unsäglichen Länder-Tohuwabohu endlich einen Riegel vorschiebt. Und Visa-Bestimmungen, die signalisieren: Hallo Fachkräfte, ihr seid in Deutschland sehr herzlich willkommen. Und wir brauchen eine moderne Qualifizierungsoffensive, die es vielen Pflegehilfskräften ermöglicht, bei entsprechender Schulung zur Fachkraft aufzusteigen. Und wir benötigen eine Anerkennung weiterer in der Altenpflege tätigen Fachkräfte wie etwa Physiotherapeuten, Masseure oder Ergotherapeuten auf die Fachkraftquote. Jetzt ist die Politik am Zug. Die Pflegeunternehmen haben die vergangenen Jahre viel getan, mehr Personal zu gewinnen, etwa in der Altenpflegausbildung mit immer neuen Rekordzahlen. Auch ist die Zahl der Altenpflegerinnen und Altenpfleger deutlich gestiegen.“

 PRESSEMITTEILUNG Horrorzahlen 10.09.2018

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Vorschlag Arbeitgeberverband Pflege Pflegehelfer für Behandlungspflege qualifizieren?

… und später eventuell noch zur Fachkraft? Unglaublich? Der Arbeitsgeberverband Pflege arbeitet bereits daran. pflegen-online sprach mit Geschäftsführerin Halletz.

Interview mit AVGP-Geschäftsführerin Isabell Halletz in Pflegen-online.de mit Kirsten Gaede

Doch wie wahrscheinlich ist es überhaupt, dass der AGVP seinen Plan umsetzt? Wie sieht er im Detail aus? pflegen-online fragte AVGP-Geschäftsführerin Isabell Halletz.

pflegen-online: Frau Halletz, Sie schlagen vor, 15.000 Pflegehilfskräfte in 188 Stunden in der Behandlungspflege auszubilden, Wie konkret sind Ihre Pläne?
Wir haben für die Weiterbildung zur Behandlungspflege ein modulares Ausbildungskonzept mit der Vita Akademie und der Apollon Hochschule in Bremen entwickelt. Es gibt seit Mai einen ersten Kurs mit acht Pflegehilfskräften aus der ambulanten Pflege.

Isabell Halletz: Diese Ausbildung ist Teil des Projekts „Weitblick Pflege“, für das der AGVP die Schirmherrschaft übernommen hat – die Projektleiterin ist Melanie Philip von der Vita Akademie. Ziel ist, mit innovativen Ansätzen dem Pflegenotstand in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. „Weitblick Pflege“ läuft seit September 2016 in Niedersachsen und wird vom europäischen Sozialfonds finanziert. Jetzt hoffen wir auf Weiterführung und Anschlussfinanzierung.

Wie wählen Sie die Hilfskräfte für die Kurse aus?

Interessierte Hilfskräfte werden zunächst zwei Monate von Praxisanleitern begleitet. Diese schauen etwa darauf, wie die Hilfskräfte mit Bewohnern umgehen. Es spielt auch eine Rolle, ob die Bewerber schon einmal mit Behandlungspflege in Berührung gekommen sind. Auch das Fachwissen spielt eine Rolle.
Wichtig ist außerdem die formale Qualifizierung. Als Pflegehelfer sollten die Kandidaten eine Grundqualifikation von 200 Stunden und drei Jahre Berufserfahrung nachweisen können oder eine einjährige Krankenpflegehelfer-Ausbildung plus zwei Jahre Berufserfahrung. Auch eine zweijährig ausgebildete Pflegeassistenzkraft mit einjähriger Berufserfahrung kommt für unsere Weiterbildung in Frage.

Wenn die Pflegehelfer nach der 188-Stunden-Weiterbildung Behandlungspflege übernehmen können: Was unterscheidet sie noch von der Pflegefachkraft?

Das möchte ich gleich klarstellen: Die Delegationshoheit für die Behandlungspflege nach Paragraphen 132 in Verbindung mit 37 SGB V bleibt bei der Fachkraft! Die Pflegehelfer arbeiten auch nach der Weiterbildung nicht komplett selbstständig.
Schließlich geht die Altenpflege-Ausbildung weit über das hinaus, was die Pflegehelfer in 188 Stunden lernen. Die Ausbildung ist viel kompakter bei fachlichen Themen, sie bereitet außerdem auf Leitungsaufgaben vor, auch geht es darum, Fälle gesamtpflegerisch beurteilen zu können. Bei einem Notfall beispielsweise müssen die Fachkräfte Anweisungen geben können und die nötigen Schritte im Blick haben. Das medizinische Wissen reicht bei ihnen viel tiefer.
Allerdings: Die Pflegehelfer sollen letztlich die Möglichkeit erhalten, an die 188-Stunden-Weiterbildung verschiedene weitere Module anschließen zu können. Jedes davon würden sie mit einer Prüfung abschließen. Wenn alle Module erfolgreich abgeschlossen wurden, könnten sie dann bei der Schulbehörde beziehungsweise bei der zuständigen Landesbehörde die Gleichstellung mit den dreijährig ausgebildeten Altenpflegefachkräften beantragen. Dies ist jedoch noch Zukunftsmusik.

Würden die Pflegehilfskräfte nach der 188-Stunden-Qualifizierung nach Ihrer Vorstellung auch besser bezahlt werden?
Das gehört dazu, das ist ein Teil ihres Karrierewegs. Ja: Mit dieser berufsbegleitenden Weiterbildung wäre selbstverständlich auch eine Gehaltsverbesserung verbunden.

Sie haben vorgeschlagen, die weitergebildeten Kräfte auf die Fachkraftquote anzurechnen – wäre es damit nach Ihrer Vorstellung theoretisch möglich, dass ein Altenpflegeheim keine dreijährig ausgebildeten Fachkräfte mehr beschäftigt?

Das kann ich mir nicht vorstellen, die weitergebildeten Kräfte würden nur anteilig berücksichtigt. Man braucht die Fachkräfte für die Delegationshoheit und für alle fachpflegerischen Prozesse, die Hilfskräfte nicht ausführen können. Wie genau die Pflegehelfer mit der 188-Stunden Weiterbildung auf die Stellenschlüssel anzurechnen sind, müsste in den Rahmenverträgen auf Länderebene festgelegt werden.

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass sich das Bundesministerium für Gesundheit auf Ihren Vorschlag einlässt?

Jetzt müssen wir erst einmal die weitere Finanzierung sicherstellen. Wir müssen schauen, ob es ein Bundesförderprogramm geben wird oder ob die Arbeitgeber die Kosten von 2.400 Euro pro Weiterbildungsteilnehmer übernehmen würden. Einige Mitgliedsunternehmen haben bereits das Konzept angefragt und beraten aktuell, wie sie es im Unternehmen umsetzen und mit welcher Pflegeschule sie kooperieren. Die Bereitschaft zur Kostenübernahme besteht also.
Nach unserer Hochrechnung wären es circa 36 Millionen Euro, die für die Weiterqualifizierung von 15.000 Pflegehilfskräften nötig wären – für die Besetzung der Stellen also, die das Bundesgesundheitsministerium für die Behandlungspflege zusätzlich schaffen möchte.