Weil Zukunft Pflege und Pflege Zukunft braucht!

Pflege ist ein zentrales Thema unserer älter werdenden Gesellschaft. Laut der letzten offiziellen Pflegestatistik von 2019 gibt es mittlerweile 4,1 Millionen Pflegebedürftige. Um sie zu versorgen, arbeiten schon heute mit deutlich mehr als einer Million Beschäftigten mehr Menschen in der Pflege als in der deutschen Automobilindustrie. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen und auch der Beschäftigten bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln. Pflege in Deutschland braucht Zukunft – weil eine Zukunft ohne Pflege nicht funktioniert.

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) ist seit 2009 die politische, wirtschaftliche und tarifliche Interessensvertretung der namhaftesten und umsatzstärksten Unternehmensgruppen der deutschen Pflegewirtschaft.

Er tritt für die Geschlossenheit der Branche ein und kooperiert mit den wesentlichen Vertretern der Sozialwirtschaft und branchennahen Unternehmen.

Die Mitglieder des Arbeitgeberverbands Pflege setzten sich gemeinschaftlich für eine zukunftsfähige Gestaltung der Altenpflege und für neue Wege bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften ein.
Der Arbeitgeberverband Pflege ist berufenes Mitglied der Pflege-Mindestlohn-Kommission des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

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Labore am Limit: Ohne Test-Priorität für die Altenpflege werden Weihnachtsbesuche in Pflegeeinrichtungen schwierig

Viele Labore arbeiten an ihrer Leistungsgrenze. Abgegebene Proben stauen sich mehr und mehr auf. Die Wartezeit für die Übermittlung der Ergebnisse ist unerträglich lang. Ein absolutes Unding. Ohne Priorisierung werden auch die Infektionszahlen in der Altenpflege weiter steigen. Ohne ein einheitliches Besuchskonzept werden schärfere Maßnahmen, wie Besuchsverbote zu Weihnachten, nicht zu vermeiden sein.

Der Arbeitgeberverband Pflege e.V. setzt sich daher für „priorisierte Testungen“ in der Altenpflege ein.

Dazu die Geschäftsführerin des AGVP, Isabell Halletz:

„Endlich können wir in den Pflegeeinrichtungen testen, aber die Auswertung in den Testlaboren dauert skandalös lang. Der Spagat zwischen Besuchsmöglichkeiten in den Pflegeeinrichtungen und die Fürsorgepflicht für die Bewohnerinnen und Bewohner, als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist kaum zu bewältigen. Ohne ein „priorisiertes Testverfahren“ für Pflegeeinrichtungen rücken Weihnachtsbesuche in den Pflegeeinrichtungen in weite Ferne. Das angekündigte Besuchskonzept von Herrn Westerfellhaus muss endlich kommen.“

PM Tests Pflegeheime 06112020

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Erscheinung des Buches „Wer gebraucht wird, lebt länger“ von Kaspar Pfister, dem Gründer und Geschäftsführer unseres Mitgliedunternehmens BeneVit

Was sich in der Pflege ändern muss: Kaspar Pfister, „Wer gebraucht wird, lebt länger“ erscheint am 2. November bei Econ / Verlagsgruppe Ullstein

Jeder von uns kennt die bedrückenden Bilder aus vielen Altenheimen: Schnabeltassen, steriles Einheitsmobiliar, schales Essen aus der Großküche, resigniertes In-die Luft-Starren. Aber es geht auch anders! Das zeigt das Konzept von Kaspar Pfister. Mit seinem auf Altenpflege spezialisierten Unternehmen BeneVit betreibt er bundesweit 124 Hausgemeinschaften. In seinem Buch „Wer gebraucht wird, lebt länger“, welches am 2. November bei Econ / Verlagsgruppe Ullstein erscheint,  plädiert er für einen längst überfälligen Kultur- und Systemwandel in der Altenpflege.

Denn er weiß aus seiner langjährigen Erfahrung, dass Teilhabe am gemeinsamen Leben und Aufgaben zu haben, entscheidend zur Lebensfreude im Alter beitragen. Und auch betagte Menschen möchten ein behagliches Wohnumfeld genießen: vor dem Kamin sitzen, mal eine Kerze anzünden, in Pantoffeln in den Garten gehen. Alles Dinge, die in Altenheimen nicht möglich sein sollen, wenn man den geltenden Gesetzen Folge leistet.

Das Alter nicht als Defizit und Risiko wahrzunehmen, erfordert einen Kulturwandel – jeder von uns kann diesen mitgestalten. Aber auch auf gesellschaftlicher Ebene ist Veränderung nötig. Wie dieser Systemwandel gelingen kann – inklusive eines Zehn-Punkte Plans für die Politik – zeigt Kaspar Pfister in seinem Mut machenden Buch.

Pfister_Wer gebraucht wird lebt länger_Presseinformation für Fachmedien

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Täuschen und Melken und den Wettbewerb killen

Zum Abschluss der Tarifverhandlungen Ver.di/AWO und Co. erklärt Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege:

Die Pflege steht seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit. Es mangelt heute schon mancher Orts an Pflegeheimplätzen, es gibt zu wenige Fachkräfte, obwohl der Bedarf ständig steigt. Das weiß man von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen, und es dürfte niemanden geben, der das Problem nicht erkannt hat.

Ein Instrument aus dem Baukasten von vorgestern hat nun Bundesminister und AWO Mitglied Hubertus Heil hervorgekramt. Er will den von Verdi und der AWO ausgehandelten Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklären und damit alle Unternehmen der Altenpflege diesem Lohndiktat unterwerfen. Der Staat will Löhne festlegen, die eigentlich Sache der Tarifparteien sind. Die große Mehrheit der Pflegefachkräfte hat 2019 lt. dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit mehr als 3.000 € pro Monat verdient. Wir haben unterschiedliche Bezahlungen in den Regionen, in den Ländern, in den Großstädten.

Die privaten Pflegeheime stehen im Wettbewerb mit den Heimen der freien Wohlfahrtsverbände und der Kirchen. Es geht um die beste Pflege, um die empathischsten Mitarbeiter, um die beste Ausstattung der Heime, um die Anzahl der Einzelzimmer, kurz um eine Pflege, die sich an den Einzelnen orientiert, egal welche Pflegestufe sie haben. In diesem Wettbewerb sind Deutschlands private Alten- und Pflegeheime in der Coronakrise besonders gut herausgekommen, weil die Investitionen in viele Einzelzimmer Schutz boten und am Ende Leben retteten. Wir standen viel besser da als die Pflegeheime in Frankreich und Italien.

Der Allgemeinverbindliche Tarifvertrag wird die Kosten für die alten Menschen nach oben treiben, wird weitere Investitionen in Neubauten, in Einzelzimmer bremsen und den Steuerzahler belasten. Wem kann daran gelegen sein?

Am Ende wäre es der AWO Initiative gelungen nach 25 Jahren Pflegeversicherung den Wettbewerb mit den privaten Anbietern durch die Wiederkehr des Selbstkostenerstattungsprinzips abzuschaffen. Jenes Prinzips, das dem Betrug mit Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen Tür und Tor öffnet, wie die Manager der AWO in diesem Skandalsommer von Frankfurt über Thüringen bis nach Mecklenburg-Vorpommern bewiesen haben. Statt neue Probleme zu schaffen, sollte man dort die alten beseitigen und die vielen Finanzskandale aufarbeiten. 

PM Tarifvertrag BVAP 17092020