Aktuelles

2015 | 2016 | 2017 | 2018

Allgemein

Kammerbefragung in Hessen: Ergebnis nicht repräsentativ?

In der Zeitschrift „Die Schwester Der Pfleger“ wurde zur Kammerbefragung in Hessen ein Pro und ein Contra veröffentlicht.

Anfang November teilte das hessische Sozialministerium mit, dass sich die Mehrheit der Pflegenden im Land gegen eine Kammer ausgesprochen hatte. Kurz darauf mehrten sich Vorwürfe, die von der Landesregierung beauftragte Befragung sei methodisch nicht einwandfrei erfolgt. Ein berechtigter Vorwurf?

„Die Befragung ist zur Farce verkommen sagt Andrea Kiefer ist Vorstandsvorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Südwest

„Die Befragung erfolgte flächendeckend und fair“ sagt Friedhelm Fiedler ist Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege e.V.

Lesen Sie das Pro und Contra in der Anlage
SP_01_2019_Kammerbefragung_22-23

Allgemein

Der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte steigt ab 1. Januar 2019 erneut um 50 Cent auf 11,05 Euro an

Für viele Hilfskräfte in der Altenpflege ist das eine schöne Weihnachtsbotschaft: Der Pflegemindestlohn steigt ab 1. Januar 2019 auf 11,05 Euro und liegt damit weiter deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, der ebenfalls ab 1. Januar auf 9,19 Euro steigt.

Der Mindestlohn in der Altenpflege steigt zum 1. Januar 2019 erneut an. In Westdeutschland einschließlich Berlin liegt er dann bei 11,05 Euro, das sind 50 Cent pro Stunde mehr als bisher. Für Ostdeutschland, wo die Einkommen auch wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten traditionell über alle Branchen etwas niedriger liegen als im Westen, gibt es dann mindestens 10,55 Euro pro Stunde. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: „Dieser Mindestlohn ist eine Untergrenze der Bezahlung von ungelernten Hilfskräften, die nicht unterschritten werden darf. Die examinierten Pflegefachkräfte, die in einem krisenfesten und zukunftssicheren Beruf arbeiten, verdienen deutlich mehr. Dass der Pflegemindestlohn erheblich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, ist auch ein Zeichen der Wertschätzung der Beschäftigten, die als Hilfskräfte oder als Betreuer in der Altenpflege arbeiten. Damit setzt sich die Erfolgsstory des Pflegemindestlohns fort, die 2010 mit 8,50 Euro im Westen und 7,50 Euro im Osten begann. Der Arbeitgeberverband Pflege war von Anfang an für einen Mindestlohn in der Altenpflege und hat seitdem alle Verhandlungsrunden positiv begleitet. Im Übrigen wird der Pflegemindestlohn zum 1. Januar 2020 erneut ansteigen, auf dann 11,35 Euro im Westen und 10,85 Euro im Osten. Der Pflegemindestlohn gilt auch für ausländische Pflegeunternehmen, die ihre Arbeitskräfte nach Deutschland entsenden.“

Allgemein

Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes Pflege e.V. zum Referentenentwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat

Der Arbeitgeberverband Pflege e.V. erachtet es als zwingend notwendig, einheitliche Regelungen zur Beschäftigung und Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte sowie den Prozess der Zuwanderung aus Drittstaaten für den Pflegebereich in einem Fachkräfte-einwanderungsgesetz zu definieren. In allen Bundesländern, speziell auch in ländlichen Regionen, wird es immer schwieriger, Pflegefachkräfte zu rekrutieren. Fachkräfte sind jedoch essentiell, um die gestiegenen Bedarfe der Pflegebedürftigen, als auch die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich einer angemessenen pflegerischen Versorgung erfüllen und sicher-stellen zu können. Wie die Bundesagentur für Arbeit in ihren Arbeitsmarktberichterstattungen immer wieder darstellt, zeigt sich der Fachkräftemangel für examinierte Fachkräfte ausnahmslos in allen Bundesländern. In keinem Bundesland stehen ausreichend arbeitslose Bewerber zur Besetzung der gemeldeten Stellen zur Verfügung. Im Bundesdurchschnitt sind die gemeldeten Stellenangebote für examinierte Fachkräfte gut sechs Monate vakant. Das ist alarmierend und kann zur Bedrohung für Pflegeheimbetreiber werden, wenn die vereinbarten Personalschlüssel nicht mehr erfüllt werden können, dadurch Aufnahmestopps verhängt werden müssen und die Versorgungssicherheit in Gefahr ist. Für die Unternehmen ist die Rekrutierung aus dem Ausland eine wichtige Möglichkeit, um diese offenen Stellen zu besetzen.

Die Stellungnahme finden Sie hier:
Stellungnahme Referentenentwurf Einwanderungsgesetz

Allgemein

2.500 Euro Grundgehalt für die Altenpflegefachkräfte

Auf ihrer Mitgliederversammlung haben sich die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes Pflege dafür ausgesprochen, allen Altenpflegefachkräften ein Mindesteinkommen von 2.500 Euro pro Monat zu garantieren.

Dazu Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege: ,,Wir plädieren dafür, in einer neuen Kommission zur Regelung der Mindestarbeitsbedingungen in der Pflege nach § 10 ff. Arbeitnehmerentsendegesetz gemeinsam mit den kirchlichen Organisationen Caritas und Diakonie, den großen Wohlfahrtsverbänden, der Gewerkschaft Verdi und den privaten Arbeitgebern nach einer unkomplizierten Lösung zu suchen, die den Pflegefachkräften zügig eine bessere Bezahlung garantiert. Wir sind entschieden der Meinung, dass gute Arbeit fair bezahlt werden sollte. Deshalb muss es bundesweit eine Untergrenze in der Bezahlung auch von Fachkräften geben.“

Mindestlohn Fachkräfte 11122018

Allgemein

Rekrutierung von Pflegekräften aus Drittstaaten: Private Unternehmen dürfen politisch nicht ausgebremst werden

Endlich bekommt auch Deutschland ein zeitgemäßes Einwanderungsgesetz für Fachkräfte. Doch für die privaten Unternehmen ist Gefahr im Verzug. Es gibt etliche Hinweise, dass Politik und staatliche Behörden klammheimlich versucht sein könnten, private Unternehmen sowohl bei der Personalakquise als auch bei der Sprachschulung auszubremsen. Das aber wäre fatal.

Ohne das große Engagement der privaten Pflegeunternehmen wäre es um die Altenpflege in Deutschland schlecht bestellt. Die Privaten stellen rund 50 Prozent aller stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Und die Privaten können dank ihres großen Engagements seit Jahren hohe Ausbildungszahlen vorweisen. Sie sind eine wichtige Stütze der Pflege in Deutschland. Zudem waren sie die vergangenen Jahre auch sehr erfolgreich bei der Akquise von Pflegekräften aus EU-Mitgliedsländern und auch aus Drittstaaten. Großen behördlichen und staatlichen Hürden und Widrigkeiten zum Trotz ist es so gelungen, viele Tausende Pflegefachkräfte nach Deutschland zu holen, als die Politik, die kirchlichen und gemeinnützigen Träger davon eher wenig wissen wollten. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident beim Arbeitgeberverband Pflege: ,,Hätten wir uns da auf die oft schwerfälligen Aktivitäten zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit und der ihr zugeordneten Behörden allein verlassen, die Personalnot in der Pflege wäre heute noch viel größer. Wir verlangen jetzt im Rahmen der Einwanderungsreform, dass wir weiter gleichberechtigt akquirieren können und auch, dass bei der Ausbildung von Sprachkompetenz nicht nur das Goethe-Institut zum Zug kommt, welches schon heute erklärtermaßen an Personal- und Prüfermangel leidet. Es gibt auch viele private Sprachausbilder, die mit entsprechender Zertifizierung sehr gute Arbeit leisten. Dieses Potential muss erhalten bleiben und auch gefördert werden. Kurzum: Wenn staatliche Behörden künftig alles an sich reißen, wird die Lage am Ende nicht besser, sondern womöglich schlechter. Die vergangenen Jahre hatte sich der Staat beim Thema Pflege in all seinen Facetten wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Privaten verdienen mehr Vertrauen.“

Allgemein

Friedhelm Fiedler, Sprecher und Vizepräsident im Gespräch mit Frau Cornelia Meyer von Business Insider

„Brauchen ein Ende der Blockadehaltung“
Pflegewirtschaft will Nachbesserung beim Einwanderungsgesetz. Die Bundesregierung plant ein Einwanderungsgesetz, das den Fachkräftemangel in Deutschland bekämpfen soll. Die private Pflegewirtschaft begrüßt das neue Gesetz, fordert aber Nachbesserungen.
Der Entwurf für das Einwanderungsgesetz steht. Drei Ministerien haben daran mitgewirkt. Der Zuzug von Fachkräften, insbesondere Nicht-Akademikern, aus Ländern außerhalb der EU soll künftig erleichtert werden.
Die Wirtschaft hatte schon lange auf ein solches Gesetz gedrängt. Denn in vielen Regionen und Branchen ist der Fachkräftemangel schon angekommen. Es fehlen Ingenieure, Kranken- und Altenpfleger, Ärzte, Informatiker, Techniker und Handwerker. In der Konjunkturumfrage 2018 des Deutschen Industrie-und Handelskammertags (DIHK) nannten 60 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. 2010 waren es nur 16 Prozent.

Die Gesundheitsbranche ist besonders betroffen. „Das Einwanderungsgesetz ist absolut überfällig“, sagt Friedhelm Fiedler, Sprecher und Vizepräsident vom Arbeitgeberverband Pflege (AGVP), im Gespräch mit Business Insider. Sein Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der umsatzstärksten Unternehmensgruppen der deutschen Pflegewirtschaft.
Sollte das Gesetz tatsächlich dieses Jahr noch verabschiedet werden, wäre das für seinen Verband eine „frohe Weihnachtsbotschaft“. Es biete eine Reihe sinnvoller Ansätze, die Einwanderung von Fachkräften nach Deutschland zu erleichtern.
„Wir sind froh, dass Seehofer über seinen Schatten gesprungen ist“, sagt Fiedler. Als besonders sinnvoll hebt der Interessensvertreter der privaten Pflegewirtschaft die Aufhebung der Beschränkung auf Engpassberufe und die Abschaffung der Vorrangsprüfung hervor. Bisher mussten Arbeitgeber nachweisen, dass es auf eine ausgeschriebene Stelle keinen geeigneten Bewerber aus Deutschland oder der EU gibt.
Auch dass Fachkräfte künftig sechs Monate nach Deutschland einreisen dürfen, um sich hier einen Job zu suchen, sofern sie über ausreichende Deutschkenntnisse und finanzielle Mittel verfügten, sei laut Fiedler ein „Riesen-Fortschritt“.
Eine Nachbesserung fordert er allerdings: „In Deutschland gibt es eine Unzahl an Anerkennungsstellen für im Ausland erworbene Berufsqualifikationen“, sagt Fiedler. Oft grenze die Anerkennung an „blanke Willkür“. Sein Verband fordere daher eine zentrale Anerkennungs- und Prüfstelle.
Bisher hätten die Pflegeunternehmen gute Erfahrungen mit der Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland gemacht. In der Altenpflege mache sich die Überalterung der Gesellschaft auch im Personal bemerkbar: „In den nächsten fünf Jahren werden viele in Rente gehen“, erklärt Fiedler.
Derzeit fehlten rund 35.000 bis 40.000 Pflegekräfte, doch der Bedarf steigt auch mit der Zahl an pflegebedürftigen Menschen. Derzeit sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwa 3,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. „Deutschland altert mit großem Tempo“, so Fiedler. Gleichzeitig werde die Zahl an ausbildungswilligen und -fähigen Menschen in Deutschland immer geringer. Für das Jahr 2030 erwartet er einen Mangel an 200.000 Mitarbeitern.
Bisher würden noch nicht sehr viele Geflüchtete in der Altenpflege arbeiten, erzählt Fiedler: „Die Gruppe ist eine von mehreren Möglichkeiten, den Fachkräftemangel zu beheben, wie auch Quereinsteiger und Rückkehrer in den Beruf.“
Derzeit sind nach Angaben der Bundesregierung 128.000 ausländische Altenpfleger sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Viele kommen aus Osteuropa, so Fiedler. Der Verband hat bereits Pflegefachkräfte aus China angeworben, ein Programm habe die Interessenten mit Sprach- und Kulturunterricht auf die Arbeit in Deutschland vorbereitet. China sei für die Arbeitgeber in Asien neben den Philippinen, Vietnam und Korea besonders gefragt, da hier „hunderttausende Arbeitskräfte in den Hochschulen sehr gut ausgebildet werden“, so Fiedler. Derartige Anwerbeprogramme seien zwar mit 5.000 bis 8.000 Euro pro Pflegekraft für die Pflegeunternehmen nicht billig. „Es wäre aber noch teurer, wenn ein Seniorenheim Probleme mit der Belegung bekäme, weil nicht genug Fachkräfte zur Verfügung stehen“, sagt Fiedler.
Trotzdem: „Es reicht nicht.“ Die Arbeitgeber in der Pflege hoffen daher, dass nun die Anwerbung und Einstellung nicht nur von Fachkräften, sondern auch von Auszubildenden erleichtert werde. „Wir brauchen ein Ende der Blockade- und Verhinderungshaltung, auch bei der Ausstellung der Visa“, fordert Fiedler.
Akzeptieren die älteren Menschen, die tendenziell in ihrem Leben weniger Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern hatten, überhaupt die neuen Pflegekräfte? Gerade in Asien würden Ältere sehr geschätzt, meint Fiedler: „Der Schlüssel ist die Empathie der jüngeren Menschen für Ältere.“ Die Akzeptanz ergebe sich dann in der täglichen Praxis.

Allgemein

Pflegekräfte in Hessen sagen ,,Nein“ zur Landespflegekammer: Damit ist auch eine Bundespflegekammer tot.

Kräftiger hätte der Paukenschlag kaum ausfallen können: Nur 42,9 Prozent aller Pflegekräfte in Hessen haben sich dafür ausgesprochen, eine Landespflegekammer einzurichten. 51,1 Prozent sind dagegen. Die Landesregierung in Wiesbaden ist jetzt gut beraten, die Finger von einer Kammer zu lassen. Mit diesem klaren Votum der Pflegebasis ist eine Bundespflegekammer auch tot.

Hessen ist seriös und gründlich vorgegangen. Das zuständige Sozialministerium hatte das Hessische Statistische Landesamt beauftragt, eine Befragung unter allen knapp 65 000 Pflegekräften durchzuführen, die eine mindestens dreijährige Ausbildung erfolgreich durchlaufen haben. Das betraf Krankenpflegekräfte als auch Altenpflegekräfte. Alle Befragten wurden aufgeklärt, dass eine Kammer auch Zwangsmitgliedschaft und Zwangsbeiträge bedeutet. Dazu Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Bei der Befragung wurde nicht geschummelt wie zuvor in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, die höchst fragwürdige Befragungen durchgeführt hatten, um ein dort von den jeweiligen Landesregierungen politisch gewolltes Ja buchstäblich hinzufriemeln. Das nun vorliegende Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die politischen Trickser in den drei genannten Bundesländern. Auch Bayern, das Saarland und Hamburg hatten sich zuvor gegen eine Zwangsverkammerung entschieden. Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und seinen Pflegestaatssekretär Andreas Westerfellhaus ein Grund mehr, endlich innezuhalten und zu akzeptieren, dass vor allem die allermeisten Altenpfleger einer solche Zwangsbeglückung nicht wollen.

Allgemein

Berlin regiert wieder: Ein neues Fachkräfte-Einwanderungsgesetz lässt stationäre und ambulante Pflegeunternehmen hoffen

Die Personalnot in der Pflege ist groß. Viel zu lange haben sich die Regierenden in Berlin davor gedrückt, eine zeitgemäße Antwort auf die rasante Alterung in Deutschland mit all ihren Folgen – etwa für die Altenpflege – zu finden. Wir brauchen dringend ein zukunftsweisendes und unkompliziertes Einwanderungsgesetz für Pflegefachkräfte. Mit dem Eckpunktepapier der Regierung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung getan.

 Damit eines klar ist: Bei dem angepeilten neuen Gesetz handelt es sich nicht um ein umfassendes Einwanderungsgesetz, geregelt wird vielmehr die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten, also Nicht-EU-Ländern in den deutschen Arbeitsmarkt. Noch liegen ,,nur“ die Eckpunkte auf dem Tisch, bei denen aber schon einige richtige Ansätze erkennbar sind. Fachkräfte aus Drittstaaten sollen künftig zum Beispiel für sechs Monate nach Deutschland einreisen dürfen, um mit abgeschlossener Ausbildung auf Jobsuche zu gehen. Die Anerkennung mitgebrachter Abschlüsse soll deutlich beschleunigt und vereinfacht werden. Fachkräfte sollen laut Regierung gezielt im Ausland angeworben werden. Außerdem soll das Deutschlernen im Ausland erleichtert werden, dazu will man künftig gezielt etwa mit Goethe-Instituten im Ausland zusammenarbeiten. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident beim Arbeitgeberverband Pflege: ,,Besonders wichtig aber ist, dass jetzt in Berlin deutlich wurde, dass die zuständigen Behörden, also die Visastellen, Ausländerbehörden, Arbeitsverwaltung, zuständige Stellen für die Anerkennung beruflicher Qualifikationen sowie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ,,effizienter und transparenter“ zusammenarbeiten. Dies stimmt hoffungsvoll, dass die Bundesregierung nach Jahren des Zögerns und Zauderns die Dringlichkeit des Themas klar erkannt hat.“ Der Arbeitgeberverband Pflege wird das anstehende Gesetzgebungsverfahren, beginnend mit einem ersten Referentenentwurf, der zügig erarbeitet werden sollte, intensiv begleiten. Denn, so Fiedler weiter, ,,der Teufel steckt im Detail. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und die Wahrheit liegt am Ende bekanntlich auf dem Platz“.

PRESSEMITTEILUNG Einwanderungsgesetz-02.10.2018

Allgemein

Der Arbeitgeberverband Pflege ist für eine bessere Mindestbezahlung von Fachkräften in der Altenpflege

Der Arbeitgeberverband Pflege ist dafür, dass in der Altenpflege besser bezahlt wird und fordert deshalb einen neuen Mindestlohn auch für Pflegefachkräfte. Die bestehende und mehrfach erfolgreich tätige Pflegemindestlohn-Kommission nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz könnte das richtige Instrument dafür sein.

Die Fakten sind eindeutig: Zwar steigt mit jedem Jahr die Zahl der Beschäftigten in der Altenpflege, was auch für die anhaltend hohe Zahl der Auszubildenden gilt. Welche Branche kann schon derart erfreuliche Zuwächse vorweisen? Altenpflege als Beruf ist offensichtlich für viele Menschen attraktiv. Wer das Gegenteil behauptet, verdrängt die Wirklichkeit und spielt ein übles Spielchen. Wahr ist aber auch, dass diese steigenden Zahlen nicht Schritt halten mit den dramatischen Folgen des demografischen Wandels: Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, rasant mehr leiden an Demenz. In der Altenpflege wird aber nicht überall angemessen bezahlt für eine Tätigkeit, die den Pflegekräften bei ihrem Einsatz für alte Menschen psychisch und physisch sehr viel abverlangt. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Für alle Pflegehilfskräfte in der Altenpflege gibt es seit Jahren einen mit jedem Jahr weiter steigenden Mindestlohn, der ab 1. Januar 2019 im Westen 11,05 und im Osten 10,55 Euro betragen wird, und der damit deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.  Gesundheitsminister Jens Spahn hat kürzlich die Zahl von 2500 Euro als möglichen Einstieg für die Fachkräfte in der Altenpflege genannt. Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes Pflege könnte das eine Grundlage sein für konstruktive Gespräche in einer neu einzuberufenden Mindestlohnkommission, in der dann alle wichtigen Akteure an einem Tisch sitzen: Diakonie, Caritas, die privaten Arbeitgeber, die kommunalen Träger und die großen Gemeinnützigen wie etwa der Paritätische, die AWO oder das DRK und natürlich die Gewerkschaft Verdi. Die Tarifautonomie wäre gewahrt sowie das kirchliche Selbstbestimmungsrecht. Denn ein Ziel eint die Genannten: Es muss eine Untergrenze bei der Bezahlung geben, verbindliche Mindestregeln, weniger darf künftig niemand an examinierte Pflegefachkräfte bezahlen – mehr dagegen schon. Wer gutes Personal bekommen und auf Dauer halten will, kriegt das nicht zum Spartarif.“

Fiedler weiter: ,,Einige in der Pflegebranche liebäugeln mit der Keule eines flächendeckenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrags, erstreckt vom Bundesarbeitsminister für die gesamte ambulante und stationäre Altenpflege. Dabei wissen alle: Das würde für viel böses Blut sorgen, das würde aufgrund der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen schwerwiegende rechtliche Auseinandersetzungen zur Folge haben. Ob die betroffenen Ministerien in Berlin am Ende dieses hohe Risiko eingehen, ist fraglich. Tarifautonomie ist in Deutschland ein hohes Gut und ein im Grundgesetz verankertes Recht. Der Arbeitgeberverband Pflege ist zu konstruktiven Gesprächen bereit. Zeigen alle Seiten guten Willen, wird es auch eine zeitgemäße Lösung bei der Bezahlung von Pflegefachkräften geben. Daneben muss auch die Frage dringend beantwortet werden, aus welchen Töpfen die dann folgenden Gehaltssteigerungen verlässlich bezahlt werden sollen. Ganz sicher nicht aus den Taschen der Pflegebedürftigen.“

PM Bezahlung 27092018