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2015 | 2016 | 2017 | 2018

Allgemein

Wir rufen Pfleger – und es kommen Menschen

Ein Artikel in der „Welt am Sonntag“ von Annette Dowideit, Sonja Gillert, Lara Maria Müller mit u.a. unserer Geschäftsführerin Isabell Halletz

Die Regierung nennt Pflegefachkräfte aus dem Ausland einen „unverzichtbaren Baustein“, um den großen Bedarf zu decken. Eine Auswertung der Bundesagentur für Arbeit zeigt: Lediglich sechs Prozent aller Pflegefachkräfte stammen aus dem Ausland.
Die Anwerbung von ausländischen Pflegefachkräften läuft nur schleppend. Das geht aus einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit für WELT AM SONNTAG hervor. Demnach arbeiten bislang erst 62.500 Pflegefachkräfte aus dem Ausland in deutschen Pflegeheimen und Krankenhäusern. Das sind lediglich etwas mehr als sechs Prozent aller Pflegefachkräfte.
In einigen Bundesländern läuft die Anwerbung aus dem Ausland schlechter als in anderen: In Schleswig-Holstein etwa sind der Auswertung zufolge weniger als vier Prozent aller Fachkräfte in den Pflegeheimen Ausländer, während Baden-Württemberg auf einen Anteil von 15 Prozent kommt.
Zusätzlich zu den Fachkräften arbeiten in den Einrichtungen auch Hilfskräfte und derzeit rund 12.000 Auszubildende aus anderen Ländern.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte: Pflegefachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen, sei angesichts der Fachkräftelücke am Arbeitsmarkt in Zukunft ein unverzichtbarer Baustein, um dem steigenden Bedarf an Pflegefachkräften zu begegnen.
Zwar müsse es laut Heil „im ersten Schritt darum gehen, die inländischen Potenziale zu nutzen“, etwa durch bessere Arbeitsbedingungen und Vergütung. „Ebenso müssen wir aber auch über die Qualifizierung zum Beispiel von geflüchteten Menschen nachdenken“, sagte Heil. „Ergänzend dazu brauchen wir Fachkräfte aus dem Ausland.“
Nach Auskunft der Bundesregierung fehlten bereits im April 2018 bundesweit rund 25.000 Alten- und Krankenpfleger – und dazu noch einmal 10.000 Hilfskräfte, um die offenen Stellen zu besetzen.
FDP fordert einfacheren Zugang zu deutschem Arbeitsmarkt
Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig, bezeichnete die Zahl der bislang aus dem Ausland angeworbenen Pfleger als „nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein“.
Sie forderte die Bundesregierung auf, für einfachere Zugänge zum deutschen Arbeitsmarkt zu sorgen und so den Heimen und Krankenhäusern die Anwerbung von Fachkräften im Ausland einfacher zu machen. „Aus unserer Sicht sind vor allem die Anerkennungsverfahren der Ausbildungsabschlüsse und der Arbeitserlaubnis zu bürokratisch, kompliziert und langwierig“, sagte Westig.
Sie forderte – ebenso wie der Arbeitgeberverband Pflege – eine bundesweit zentrale Stelle für die Zulassung der Fachkräfte zu schaffen. Bundesgesundheits- und Bundesarbeitsministerium seien in der Pflicht, für den Abbau bürokratischer Hürden zu sorgen. Beide Ministerien teilten dazu mit, derzeit arbeite eine Arbeitsgruppe der Bundesregierung an Vorschlägen.
Den kompletten Artikel finden Sie im anhängenden Link:
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Für eine bessere Bezahlung in der Altenpflege: Arbeitgeberverband Pflege beantragt bei Minister Heil, eine neue Mindestlohnkommission einzuberufen

Der Arbeitgeberverband Pflege ist für eine faire Vergütung in der Altenpflege. Deshalb hat der AGVP bei Hubertus Heil, dem zuständigen Bundesminister für Arbeit und Soziales, beantragt, eine neue Mindestlohnkommission nach § 12 Abs. 1 Satz 2 AEntG einzuberufen.

Die im Arbeitgeberverband Pflege organisierten privaten Altenpflege-Unternehmen haben sich in der Vergangenheit immer wieder für eine angemessene Bezahlung von Pflegekräften ausgesprochen. Deshalb hat der AGVP auch bei drei Kommissionen mitgearbeitet, die die Mindestlöhne für Pflegehilfskräfte erheblich verbessert haben. So liegt dieser Mindestlohn heute deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, und es ist beschlossen, dass er weiter steigen wird.

Dazu Thomas Greiner, Präsident vom Arbeitgeberverband Pflege: „Wir müssen uns jetzt verstärkt auch um die Pflegefachkräfte kümmern. Deshalb haben wir beim Bundesminister für Arbeit und Soziales beantragt, dass er zeitnah eine Pflegekommission nach § 12 AEntG einberuft. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte kürzlich 2.500 Euro als möglichen Einstieg für die Fachkräfte in der Altenpflege genannt. Wir halten diese Zahl für eine gute Verhandlungsgrundlage in einer neuen Mindestlohnkommission. Die Sitzungen der bisher drei Kommissionen haben gezeigt, dass alle Entscheider, die seit 2009 am Tisch saßen, egal ob private, kommunale oder kirchliche Unternehmensvertreter, aber auch ver.di als Arbeitnehmervertreter, verantwortungsvoll mit dieser Aufgabe umgegangen sind. Es gab am Ende der Gespräche und Verhandlungen immer eine Lösung, die alle mitgetragen haben. Das erhoffen wir uns jetzt auch wieder. Die im Arbeitgeberverband Pflege organisierten ambulanten und stationären Unternehmen sind jedenfalls bereit, neue verbindliche Lösungen für eine Untergrenze bei der Bezahlung zu suchen, von denen viele Pflegefachkräfte dann finanziell profitieren.“

Greiner weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Pflege die Verantwortung haben für rund 100.000 Altenpflegeplätze. Der AGVP ist antragsberechtigt im Hinblick auf die Einberufung der paritätischen Pflegekommission im Sinne von § 12 ABS. 1 Satz 2 AEntG.

 

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Kammerbefragung in Hessen: Ergebnis nicht repräsentativ?

In der Zeitschrift „Die Schwester Der Pfleger“ wurde zur Kammerbefragung in Hessen ein Pro und ein Contra veröffentlicht.

Anfang November teilte das hessische Sozialministerium mit, dass sich die Mehrheit der Pflegenden im Land gegen eine Kammer ausgesprochen hatte. Kurz darauf mehrten sich Vorwürfe, die von der Landesregierung beauftragte Befragung sei methodisch nicht einwandfrei erfolgt. Ein berechtigter Vorwurf?

„Die Befragung ist zur Farce verkommen sagt Andrea Kiefer ist Vorstandsvorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) Südwest

„Die Befragung erfolgte flächendeckend und fair“ sagt Friedhelm Fiedler ist Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege e.V.

Lesen Sie das Pro und Contra in der Anlage
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Der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte steigt ab 1. Januar 2019 erneut um 50 Cent auf 11,05 Euro an

Für viele Hilfskräfte in der Altenpflege ist das eine schöne Weihnachtsbotschaft: Der Pflegemindestlohn steigt ab 1. Januar 2019 auf 11,05 Euro und liegt damit weiter deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, der ebenfalls ab 1. Januar auf 9,19 Euro steigt.

Der Mindestlohn in der Altenpflege steigt zum 1. Januar 2019 erneut an. In Westdeutschland einschließlich Berlin liegt er dann bei 11,05 Euro, das sind 50 Cent pro Stunde mehr als bisher. Für Ostdeutschland, wo die Einkommen auch wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten traditionell über alle Branchen etwas niedriger liegen als im Westen, gibt es dann mindestens 10,55 Euro pro Stunde. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: „Dieser Mindestlohn ist eine Untergrenze der Bezahlung von ungelernten Hilfskräften, die nicht unterschritten werden darf. Die examinierten Pflegefachkräfte, die in einem krisenfesten und zukunftssicheren Beruf arbeiten, verdienen deutlich mehr. Dass der Pflegemindestlohn erheblich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, ist auch ein Zeichen der Wertschätzung der Beschäftigten, die als Hilfskräfte oder als Betreuer in der Altenpflege arbeiten. Damit setzt sich die Erfolgsstory des Pflegemindestlohns fort, die 2010 mit 8,50 Euro im Westen und 7,50 Euro im Osten begann. Der Arbeitgeberverband Pflege war von Anfang an für einen Mindestlohn in der Altenpflege und hat seitdem alle Verhandlungsrunden positiv begleitet. Im Übrigen wird der Pflegemindestlohn zum 1. Januar 2020 erneut ansteigen, auf dann 11,35 Euro im Westen und 10,85 Euro im Osten. Der Pflegemindestlohn gilt auch für ausländische Pflegeunternehmen, die ihre Arbeitskräfte nach Deutschland entsenden.“

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Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes Pflege e.V. zum Referentenentwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat

Der Arbeitgeberverband Pflege e.V. erachtet es als zwingend notwendig, einheitliche Regelungen zur Beschäftigung und Rekrutierung ausländischer Pflegekräfte sowie den Prozess der Zuwanderung aus Drittstaaten für den Pflegebereich in einem Fachkräfte-einwanderungsgesetz zu definieren. In allen Bundesländern, speziell auch in ländlichen Regionen, wird es immer schwieriger, Pflegefachkräfte zu rekrutieren. Fachkräfte sind jedoch essentiell, um die gestiegenen Bedarfe der Pflegebedürftigen, als auch die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich einer angemessenen pflegerischen Versorgung erfüllen und sicher-stellen zu können. Wie die Bundesagentur für Arbeit in ihren Arbeitsmarktberichterstattungen immer wieder darstellt, zeigt sich der Fachkräftemangel für examinierte Fachkräfte ausnahmslos in allen Bundesländern. In keinem Bundesland stehen ausreichend arbeitslose Bewerber zur Besetzung der gemeldeten Stellen zur Verfügung. Im Bundesdurchschnitt sind die gemeldeten Stellenangebote für examinierte Fachkräfte gut sechs Monate vakant. Das ist alarmierend und kann zur Bedrohung für Pflegeheimbetreiber werden, wenn die vereinbarten Personalschlüssel nicht mehr erfüllt werden können, dadurch Aufnahmestopps verhängt werden müssen und die Versorgungssicherheit in Gefahr ist. Für die Unternehmen ist die Rekrutierung aus dem Ausland eine wichtige Möglichkeit, um diese offenen Stellen zu besetzen.

Die Stellungnahme finden Sie hier:
Stellungnahme Referentenentwurf Einwanderungsgesetz

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2.500 Euro Grundgehalt für die Altenpflegefachkräfte

Auf ihrer Mitgliederversammlung haben sich die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes Pflege dafür ausgesprochen, allen Altenpflegefachkräften ein Mindesteinkommen von 2.500 Euro pro Monat zu garantieren.

Dazu Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege: ,,Wir plädieren dafür, in einer neuen Kommission zur Regelung der Mindestarbeitsbedingungen in der Pflege nach § 10 ff. Arbeitnehmerentsendegesetz gemeinsam mit den kirchlichen Organisationen Caritas und Diakonie, den großen Wohlfahrtsverbänden, der Gewerkschaft Verdi und den privaten Arbeitgebern nach einer unkomplizierten Lösung zu suchen, die den Pflegefachkräften zügig eine bessere Bezahlung garantiert. Wir sind entschieden der Meinung, dass gute Arbeit fair bezahlt werden sollte. Deshalb muss es bundesweit eine Untergrenze in der Bezahlung auch von Fachkräften geben.“

Mindestlohn Fachkräfte 11122018

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Rekrutierung von Pflegekräften aus Drittstaaten: Private Unternehmen dürfen politisch nicht ausgebremst werden

Endlich bekommt auch Deutschland ein zeitgemäßes Einwanderungsgesetz für Fachkräfte. Doch für die privaten Unternehmen ist Gefahr im Verzug. Es gibt etliche Hinweise, dass Politik und staatliche Behörden klammheimlich versucht sein könnten, private Unternehmen sowohl bei der Personalakquise als auch bei der Sprachschulung auszubremsen. Das aber wäre fatal.

Ohne das große Engagement der privaten Pflegeunternehmen wäre es um die Altenpflege in Deutschland schlecht bestellt. Die Privaten stellen rund 50 Prozent aller stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in Deutschland. Und die Privaten können dank ihres großen Engagements seit Jahren hohe Ausbildungszahlen vorweisen. Sie sind eine wichtige Stütze der Pflege in Deutschland. Zudem waren sie die vergangenen Jahre auch sehr erfolgreich bei der Akquise von Pflegekräften aus EU-Mitgliedsländern und auch aus Drittstaaten. Großen behördlichen und staatlichen Hürden und Widrigkeiten zum Trotz ist es so gelungen, viele Tausende Pflegefachkräfte nach Deutschland zu holen, als die Politik, die kirchlichen und gemeinnützigen Träger davon eher wenig wissen wollten. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident beim Arbeitgeberverband Pflege: ,,Hätten wir uns da auf die oft schwerfälligen Aktivitäten zum Beispiel der Bundesagentur für Arbeit und der ihr zugeordneten Behörden allein verlassen, die Personalnot in der Pflege wäre heute noch viel größer. Wir verlangen jetzt im Rahmen der Einwanderungsreform, dass wir weiter gleichberechtigt akquirieren können und auch, dass bei der Ausbildung von Sprachkompetenz nicht nur das Goethe-Institut zum Zug kommt, welches schon heute erklärtermaßen an Personal- und Prüfermangel leidet. Es gibt auch viele private Sprachausbilder, die mit entsprechender Zertifizierung sehr gute Arbeit leisten. Dieses Potential muss erhalten bleiben und auch gefördert werden. Kurzum: Wenn staatliche Behörden künftig alles an sich reißen, wird die Lage am Ende nicht besser, sondern womöglich schlechter. Die vergangenen Jahre hatte sich der Staat beim Thema Pflege in all seinen Facetten wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Die Privaten verdienen mehr Vertrauen.“

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Friedhelm Fiedler, Sprecher und Vizepräsident im Gespräch mit Frau Cornelia Meyer von Business Insider

„Brauchen ein Ende der Blockadehaltung“
Pflegewirtschaft will Nachbesserung beim Einwanderungsgesetz. Die Bundesregierung plant ein Einwanderungsgesetz, das den Fachkräftemangel in Deutschland bekämpfen soll. Die private Pflegewirtschaft begrüßt das neue Gesetz, fordert aber Nachbesserungen.
Der Entwurf für das Einwanderungsgesetz steht. Drei Ministerien haben daran mitgewirkt. Der Zuzug von Fachkräften, insbesondere Nicht-Akademikern, aus Ländern außerhalb der EU soll künftig erleichtert werden.
Die Wirtschaft hatte schon lange auf ein solches Gesetz gedrängt. Denn in vielen Regionen und Branchen ist der Fachkräftemangel schon angekommen. Es fehlen Ingenieure, Kranken- und Altenpfleger, Ärzte, Informatiker, Techniker und Handwerker. In der Konjunkturumfrage 2018 des Deutschen Industrie-und Handelskammertags (DIHK) nannten 60 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. 2010 waren es nur 16 Prozent.

Die Gesundheitsbranche ist besonders betroffen. „Das Einwanderungsgesetz ist absolut überfällig“, sagt Friedhelm Fiedler, Sprecher und Vizepräsident vom Arbeitgeberverband Pflege (AGVP), im Gespräch mit Business Insider. Sein Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen der umsatzstärksten Unternehmensgruppen der deutschen Pflegewirtschaft.
Sollte das Gesetz tatsächlich dieses Jahr noch verabschiedet werden, wäre das für seinen Verband eine „frohe Weihnachtsbotschaft“. Es biete eine Reihe sinnvoller Ansätze, die Einwanderung von Fachkräften nach Deutschland zu erleichtern.
„Wir sind froh, dass Seehofer über seinen Schatten gesprungen ist“, sagt Fiedler. Als besonders sinnvoll hebt der Interessensvertreter der privaten Pflegewirtschaft die Aufhebung der Beschränkung auf Engpassberufe und die Abschaffung der Vorrangsprüfung hervor. Bisher mussten Arbeitgeber nachweisen, dass es auf eine ausgeschriebene Stelle keinen geeigneten Bewerber aus Deutschland oder der EU gibt.
Auch dass Fachkräfte künftig sechs Monate nach Deutschland einreisen dürfen, um sich hier einen Job zu suchen, sofern sie über ausreichende Deutschkenntnisse und finanzielle Mittel verfügten, sei laut Fiedler ein „Riesen-Fortschritt“.
Eine Nachbesserung fordert er allerdings: „In Deutschland gibt es eine Unzahl an Anerkennungsstellen für im Ausland erworbene Berufsqualifikationen“, sagt Fiedler. Oft grenze die Anerkennung an „blanke Willkür“. Sein Verband fordere daher eine zentrale Anerkennungs- und Prüfstelle.
Bisher hätten die Pflegeunternehmen gute Erfahrungen mit der Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland gemacht. In der Altenpflege mache sich die Überalterung der Gesellschaft auch im Personal bemerkbar: „In den nächsten fünf Jahren werden viele in Rente gehen“, erklärt Fiedler.
Derzeit fehlten rund 35.000 bis 40.000 Pflegekräfte, doch der Bedarf steigt auch mit der Zahl an pflegebedürftigen Menschen. Derzeit sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwa 3,3 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. „Deutschland altert mit großem Tempo“, so Fiedler. Gleichzeitig werde die Zahl an ausbildungswilligen und -fähigen Menschen in Deutschland immer geringer. Für das Jahr 2030 erwartet er einen Mangel an 200.000 Mitarbeitern.
Bisher würden noch nicht sehr viele Geflüchtete in der Altenpflege arbeiten, erzählt Fiedler: „Die Gruppe ist eine von mehreren Möglichkeiten, den Fachkräftemangel zu beheben, wie auch Quereinsteiger und Rückkehrer in den Beruf.“
Derzeit sind nach Angaben der Bundesregierung 128.000 ausländische Altenpfleger sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Viele kommen aus Osteuropa, so Fiedler. Der Verband hat bereits Pflegefachkräfte aus China angeworben, ein Programm habe die Interessenten mit Sprach- und Kulturunterricht auf die Arbeit in Deutschland vorbereitet. China sei für die Arbeitgeber in Asien neben den Philippinen, Vietnam und Korea besonders gefragt, da hier „hunderttausende Arbeitskräfte in den Hochschulen sehr gut ausgebildet werden“, so Fiedler. Derartige Anwerbeprogramme seien zwar mit 5.000 bis 8.000 Euro pro Pflegekraft für die Pflegeunternehmen nicht billig. „Es wäre aber noch teurer, wenn ein Seniorenheim Probleme mit der Belegung bekäme, weil nicht genug Fachkräfte zur Verfügung stehen“, sagt Fiedler.
Trotzdem: „Es reicht nicht.“ Die Arbeitgeber in der Pflege hoffen daher, dass nun die Anwerbung und Einstellung nicht nur von Fachkräften, sondern auch von Auszubildenden erleichtert werde. „Wir brauchen ein Ende der Blockade- und Verhinderungshaltung, auch bei der Ausstellung der Visa“, fordert Fiedler.
Akzeptieren die älteren Menschen, die tendenziell in ihrem Leben weniger Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern hatten, überhaupt die neuen Pflegekräfte? Gerade in Asien würden Ältere sehr geschätzt, meint Fiedler: „Der Schlüssel ist die Empathie der jüngeren Menschen für Ältere.“ Die Akzeptanz ergebe sich dann in der täglichen Praxis.