Tarifpolitik aktiv mitgestalten

Hohe Qualität braucht tarifliche Rahmenbedingungen

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) ist seit 2009 die politische, wirtschaftliche und tarifliche Interessensvertretung der namhaftesten und umsatzstärksten Unternehmensgruppen der deutschen Pflegewirtschaft. Er ist berufenes Mitglied der Pflege-Mindestlohn-Kommission des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, er hat den Pflegemindestlohn entscheidend mit auf den Weg gebracht, und er ist Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Der Verband tritt für die Geschlossenheit der Branche ein und kooperiert in tariflichen-, politischen und wirtschaftlichen Fragen mit den wesentlichen Vertretern der Sozialwirtschaft und branchennahen Unternehmen.

Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit ist eine Bündelung der Kräfte wichtig. Stationäre und ambulante Pflegeunternehmen repräsentieren eine Zukunftsbranche und müssen sich in die Gestaltung dieser Zukunft einbringen.

Der Arbeitgeberverband Pflege schafft die Voraussetzung, um die tarifpolitische Debatte aktiv zu begleiten. Er setzt sich dafür ein, auch tarifpolitisch die Rahmenbedingungen zu schaffen, die die hohe Qualität der Pflege in Deutschland sichern und weiter ausbauen.

Pflege muss zukunftsfähig gestaltet werden. Dazu gehört, dass Pflege finanzierbar bleibt. Eine verantwortungsvolle Lohnpolitik ist nötig. Der Arbeitgeberverband Pflege sieht den aktuellen Mindestlohn, von dem vor allem Pflegehilfskräfte profitieren, als fair und angemessen an.

Am 28. Januar 2020 hat sich die Pflegekommission auf höhere Mindestlöhne für Beschäftigte in der Altenpflege geeinigt: Ab 1. Juli 2020 sollen die Mindestlöhne für Pflegehilfskräfte im Osten und im Westen in vier Schritten auf einheitlich 12,55 Euro pro Stunde steigen. Die Angleichung der regional unterschiedlichen Pflegemindestlöhne wird zum 1. September 2021 endgültig vollzogen.

Die Pflegekommission hat darüber hinaus zum ersten Mal auch einen Pflegemindestlohn für qualifizierte Pflegehilfskräfte und für Pflegefachkräfte festgelegt.
Ab dem 1. April 2021 soll für qualifizierte Pflegehilfskräfte im Osten ein Mindestlohn in Höhe von 12,20 Euro pro Stunde und im Westen in Höhe von 12,50 Euro pro Stunde eingeführt werden. Die Ost-West Angleichung soll zum 1. September 2021 auf einheitlich 12,50 Euro pro Stunde vollzogen werden. Ab 1. April 2022 soll der Mindestlohn für qualifizierte Pflegekräfte auf 13,20 Euro pro Stunde steigen. Zum 1. Juli 2021 soll für Pflegefachkräfte ein einheitlicher Mindestlohn in Höhe von 15,00 Euro pro Stunde eingeführt werden. Ab 1. April 2022 soll der Mindestlohn für Pflegefachkräfte auf 15,40 Euro pro Stunde steigen.