Immer mehr Menschen beginnen eine Ausbildung in der Pflege, die Zahl der belegbaren Pflegeplätze wächst jedoch nicht mit. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) sieht die Ursache in starren Vorgaben und fordert mehr Spielraum für die Einrichtungen.
Dazu erklärt AGVP-Geschäftsführerin Isabell Halletz: „Die Pflegeausbildung ist die beliebteste Ausbildung in Deutschland. Trotzdem können Pflegeeinrichtungen keine zusätzlichen Pflegebedürftigen versorgen. Das liegt nicht an fehlenden Ausbildungskapazitäten oder mangelnder Bereitschaft der Pflegeunternehmen, sondern an einem bürokratischen Relikt aus den Neunzigerjahren.
Wenn man sie ließe, könnten Pflegeeinrichtungen deutlich mehr Menschen versorgen, die heute auf Wartelisten stehen. Doch Fachkraftquoten und Personalschlüssel verhindern das. Sie haben ausgedient. Statt Qualität zu sichern, verhindern diese Vorschriften, dass Pflegebedürftige ihre benötigte Versorgung erhalten.
Wer Versorgung sichern will, muss diese Blockaden lösen. Die Einrichtungen brauchen weniger starre Vorgaben und mehr Spielraum für bedarfsorientierte, moderne Pflege.“
Hintergrund
Die Pflegeausbildung ist die beliebteste in Deutschland: Mit knapp 65.000 neuen Auszubildenden liegt sie an der Spitze (Zahlen für 2025) – deutlich vor anderen beliebten Ausbildungen wie der Kraftfahrzeugmechatronik mit gut 24.000 neuen Auszubildenden (Neueste Zahlen für 2024). Mit durchschnittlich 1.310 Euro liegt auch die Ausbildungsvergütung in der Pflege an der Spitze (Zahlen 2024).
20260318_Pflegeausbildung boomt, aber kaum neue Pflegeplätze
